„Die Schweiz wird sich moderat zum Guten entwickeln“



Mittwoch, 12. September 2012

Autor

Madeleine Imbeck / Arpad Hetey

Der öffentliche Abend begann mit einer grossartigen Einleitung von Prof. Lampugnani, in der er die Rolle des Architekten streifte und mehrere interessante Thesen formulierte. Als Lösung für die aktuelle Krise der Raumplanung forderte er mehr Kompetenzen für das Amt für Raumplanung, ein Überdenken unserer zügellosen Mobilität und eine strikte Unterscheidung zwischen Land und Stadt.

Verdichtung und Begrenzung statt Zersiedelung? Ein Projekt Schweiz statt raumplanerischer Kantönligeist? Thesen, die ich sehr unterstütze und die bei den so konfrontierten Politikern für pointierte Aussagen sorgten, auch wenn sich im Prinzip alle einig waren, die Siedlungsräume zu begrenzen.

Herr Estermann unterstrich die Wichtigkeit eines zentralen Koordinators beim Bund um die nicht immer haushälterische Bodenpolitik der 2900 Schweizer Gemeinden zu überwinden. Wir müssten den Rand unter Kontrolle bringen und die Kosten internalisieren, auf diese Weise würden sich die Dörfer selbst verdichten, schon allein, weil die Unterhaltskosten dünn besiedelter Siedlungen teurer sind.

Herr Gessler forderte, der Bund solle schlicht kein weiteres Bauland mehr freigeben. Unsere Reserven und unsere Infrastruktur seien noch lange ausreichend, das eigentliche Problem seien die Vereinzelung und die Korrosion unser Gesellschaft, seien falsche Anreize, die Pendeln und die Zerstörung von Grünland fördern. Mobilität sei eine Ideologie der Moderne, die heutige Lösung wäre doch, Wohnungen und Arbeitsplätze konsequent zusammenzuziehen. Gute Vorschläge, die wohl nur von einem Stadt-Basler kommen können, denn klammern sie nicht das Problem alpiner Brachen aus?

Auch auf die Frage von Herrn Federer, ob Verdichtung nicht erst Recht zu mehr Mobilität führt, antwortet er klar, dass durch die höhere Lebensqualität verdichteter Städte der Mobilitätsdrang sogar abnehme.

Herr Peter sprach die Partizipation der Bevölkerung an, ein wichtiges Element, um Zersiedlung zu verhindern. Denn während die junge Generation für kooperative Planung und nachhaltige Entwicklung sensibilisiert ist, gäbe es bei Politikern und Fachleuten Rückbehalte Das Einbeziehen der lokalen Bevölkerung in Entscheidungen verändert ihre angestammte Planungsprozesse, ich hingegen lerne heute schon im Studium, dass sich die Rolle des Städtebauers vom allmächtigen Entwerfer der Moderne zu der eines Mediators und Vermittlers gewandelt hat, der nunmehr in Szenarien statt in fixen Bildern plant.

Doch wo steht die Schweiz in 30 Jahren?

Die Politiker zeichnen ein verhalten positives Bild: Durch eine harte Begrenzung zwischen Stadt und Land und die Befestigung der Randbereiche werden lebenswerte, sich nach innen entwickelnde urbane Räume entstehen. Und schätze die Jugend nicht schon heute die urbane Qualität einer fussgängerfreundlichen, dichten Stadt?

Wir können also erwarten, das Problem der Zersiedelung in den nächsten Jahren in den Griff zu bekommen. Bleibt zu hoffen, dass wir bis dahin nicht schon das ganze Mittelland mit Einfamilienhäusern und profitmaximierten Siedlungen überbaut haben.

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