Jakob Nüesch und die Academia Engelberg

November 1932 - 4. Februar 2016

Im Jahre 2001 wurde in Sarnen die Academia Engelberg als schweizerische gemeinnützige Stiftung mit Sitz in Engelberg gegründet. Sie wurde im politischen Umfeld der im Juni 1998 von Volk und Ständen zwar verworfenen, aber vorgängig heftig umstrittenen Gen-Schutz-Initiative gegründet und schlägt seither mit ihren Jahreskonferenzen und Projekten eine Brücke zwischen Wissenschaft und Gesellschaft, fördert deren Dialog und stärkt das Vertrauen der Zivilgesellschaft in die Wissenschaft mittels kritischem Diskurs und Schaffung von Transparenz.

Schon damals stand der Name des inzwischen emeritierten Professors und ETHZ-Präsidenten immer wieder im Raum, hatte er sich nämlich die Jahre vorher bereits im Forum Engelberg engagiert gehabt und die engere Bekanntschaft mit unserem Vizepräsidenten Dr. Dominik Galliker gemacht. Im Jahre 2004 schliesslich folgte Professor Jakob Nüesch dem Ruf unseres Stiftungsrates, Mitglied desselben zu werden. Es war ein Glückstag und ein Glücksfall für die Academia Engelberg.

„Nicht nur brachte Jakob Nüesch ein ungemein tiefes naturwissenschaftliches Fachwissen ein, sondern er liess uns auch stets teilhaben an seinem breiten kulturgeschichtlichen und allgemeingebildeten Wissen. Vielsprachig, weltweit gereist, verfügt er über ein weitgespanntes persönliches Netzwerk.

Neigte die Ratsführung gelegentlich zu schnellen Entscheiden, führte er sie – immer heilsam – wieder zurück zur Weisheit der Reflexion. Nicht das schnelle Ziel wollte er, sondern den durchdachten und auch kritischen Einwänden standhaltenden Schluss. Was uns immer imponiert hat, war sein kreativer Ansatz. Nie verbiss er sich in seinen Gedanken oder Vorschlägen, sondern öffnete schnell den Fächer der Möglichkeiten“, beschrieb unser langjähriger Präsident Dr. Klaus Hug das Wirken von Jakob Nüesch.

Wer erinnert sich nicht an die Konferenz 2009, als er als Programmverantwortlicher zum Thema „Gewalt in der menschlichen Gesellschaft“ eine grossartige Abschiedsvorstellung aus dem Stiftungsrat gab und uns alle damit beschenkte. Die Academia Engelberg wäre ohne Jakob Nüesch heute nicht, was sie ist. Er hat viele feste Pflöcke eingeschlagen, die ein äusserst solides Fundament auch für die kommenden Jahre bilden. Er begleitete die Vision der Academia Engelberg als Präsident des Patronats bis zu seinem Tode.

Der grosse Dank der Wissenschaft und der Gesellschaft gebührt einer Persönlichkeit, welche einen bedeutenden Abschnitt in der Entwicklung der wissenschaftlichen Arbeit geprägt hat, als Forscher, ETH Präsident und als Gründer von Start-up Firmen. Dank für sein vielfältiges Wirken in sozialen und politischen Gremien. Dank aber auch für die Einstellung zu ehrlicher, ethischer Arbeit und seinem Engagement für gesellschaftliche Fragestellungen.

Ich durfte mit Jakob Nüesch mehr als zehn Jahre in der Academia Engelberg zusammenarbeiten. Zahlreich sind die bilateralen, intensiven und spannenden Gespräche aus denen interessante Tagungen und Projekte entstanden sind. Zahlreich sind seine Inputs, die er auch nach dem Ausscheiden aus dem Stiftungsrat noch gab.

Ich danke Jakob für sein Vertrauen und die Freundschaft, welche ich mit ihm teilen durfte.

Auch nach seinem Tode wird uns allen Jakob Nüesch in dankbarer Erinnerung bleiben und immer wieder Richtschnur für unser Handeln sein.

Dominik Galliker, Vizepräsident

 

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Nach einer längeren Phase der fruchtbaren Zusammenarbeit wurde im Juni 2007 eine enge Partnerschaft vereinbart. Das Collegium Helveticum ist ein von Universität Zürich und ETH Zürich gemeinsam getragenes Institut.

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Die Helvetia ist eine qualitätsorientierte Allbranchenversicherung mit über 150 Jahren Erfahrung. Die Stiftung Academia Engelberg ist überzeugt, durch die Partnerschaft ab 2015 wichtige Synergien nutzen zu können.

2014 ist die Stiftung Academia Engelberg eine Partnerschaft mit der Universität Lund aus Schweden eingegangen. Die Universität wurde im Jahre 1666 gegründet, jedoch bestand schon 1425 das Studium generale, ein Vorgänger der heutigen Universität.

Die Stiftung fördert die Erforschung der verbindenden humanen Grundlagen der Wissenschaften. Die Stiftung Academia Engelberg und die Stiftung Humanwissenschaftliche Grundlagenforschung haben für die Jahre 2011 bis 2015 eine Zusammenarbeit vereinbart.

Mit Singularity 2030 besteht seit 2016 eine Partnerschaft. Ziel es es, Synergien bei der Vermittlung von wissenschaftlicher Forschung über Singularity (künstliche Intelligenz / biologische Intelligenz) an die breite Öffentlichkeit und Unternehmerkreise zu nutzen.

Die Stavros Niarchos Foundation ist eine der weltweit führenden internationalen philanthropischen Organisationen. Sie unterstützt die Aktivitäten der Stiftung Academia Engelberg seit 2013 und ermöglicht damit massgeblich die Summerschool.

Seit Sommer 2013 besteht eine Partnerschaft mit der Universität Luzern. Und seit 2016 auch eine partnerschaft mit der Wirtschaftswissenschaftlichen Fakultät der Universität Luzern. Mit diesen Partnerschaften werden Synergien genutzt und gemeinsame Projekte geprüft und realisiert. Die Universität Luzern besteht derzeit aus drei Fakultäten, nämlich der Theologischen, der Kultur- und Sozi-alwissenschaftlichen und der Rechtswissenschaftlichen Fakultät.

Im Fokus der Stiftung steht die Förderung von Organisationen in den Bereichen Kultur und Kunst, Architektur, Design, Musik, Sport, Bildung und Wissenschaft. Sie ist seit 2014 Partner der Stiftung Academia Engelberg.