Die Zukunft der Arbeit



Samstag, 28. Mai 2016

Folgeveranstaltung Konferenz 2015

Wie verändern Digitalisierung und Automatisierung unseren Arbeitsalltag?

Am 28. Mai 2016 gingen die Organisationen reatch, Academia Engelberg und der Fondetudes Schweizerische Studienstiftung in der Universität Bern zusammen mit den Veranstaltungsteilnehmern dieser Frage nach.

Bis zum heutigen Tag hat der technologische Fortschritt mehr Arbeitsplätze geschaffen als zerstört. Ob die Bilanz aber auch in Zukunft positiv sein wird, ist unklar. Computer besiegen Menschen mittlerweile nicht nur beim Schachspiel oder bei der populären Quizshow Jeopardy! – sie stellen auch genauere Krebsdiagnosen und steuern Autos zuverlässiger, als wir es tun.

Das Erstaunliche: All diese Entwicklungen fanden in sehr kurzer Zeit statt – und bis jetzt ist nicht ersichtlich, warum die Erfolge der Computertechnologie bald abreissen sollten. Es stellt sich die Frage, ob wir als Arbeitnehmer schnell genug auf diesen Trend reagieren können. Was geschieht mit dem traditionellen «Arbeiter», wenn die Automatisierung und Digitalisierung der Arbeitswelt weiter voranschreitet? Diese und weitere Fragen wurden – unterstützt von der Schweizerischen Studienstiftung und der Academia Engelberg – im Rahmen eines eintägigen Workshops in Bern eingehender behandelt.

Die eingeladenen Arbeitsmarktexperten vertraten dabei die Ansicht, dass der technologische Wandel durchaus das Potenzial zu spürbaren Veränderungen der Arbeitslandschaft Schweiz beinhaltet. Allerdings sei Alarmismus fehl am Platz, da einerseits keine konkreten Hinweise auf eine drohende Massenarbeitslosigkeit vorliegen und andererseits auch vergangene Technologieschübe vom Arbeitsmarkt bisher gut abgefangen werden konnten.

Patrik Schellenauer (Avenir Suisse) betonte, dass durch Technologie eher eine Evolution als eine Revolution stattfindet und dabei die Gesellschaft selbst auch ein wichtiger Treiber des Wandels sei. Die grösste Gefahr liege nicht im Strukturwandel selbst, sondern in möglichen Versuchen, diesen Wandel durch übermässige Regulierung eindämmen zu wollen. Der demographische Wandel führe überdies sowieso zu einem Rückgang der Erwerbsfähigen Bevölkerung. Daher sei für die Zukunft weiterhin ein liberal gestalteter und flexibler Arbeitsmarkt gepaart mit einem starken (dualen) Bildungssystem entscheidend. Die bestehenden Entwicklungen könnten jedoch eine Reform der Finanzierungsmodelle der Sozialversicherungen bedingen um sowohl der alternden Bevölkerung wie auch der neuen Diversität der Arbeitsverhältnisse gerecht zu werden.

Ursina Jud (SECO) hob gleichermassen die Wichtigkeit eines flexiblen Arbeitsmarktes mit einer funktionierenden Sozialpartnerschaft und des arbeitsmarktnahen Bildungssystems hervor. Durch das hohe Lohnniveau müsse die Schweiz zukünftig durch Innovationskraft und Flexibilität überzeugen können. Wie stark sich der technologische Wandel in der Zukunft auf die Arbeitswelt auswirken wird, sie jedoch ungewiss – oder wie es Frau Jud treffend in den Worten von Perikles ausdrückte: „Es ist nicht unsere Aufgabe, die Zukunft vorauszusagen, sondern auf sie gut vorbereitet zu sein.“ In diesem Sinne verfolge das SECO, bzw. der Bund, die Entwicklung und mögliche Auswirkungen der Digitalisierung und setze sich dafür ein, dass die Rahmenbedingungen auch den neuen Strukturwandel entsprechen. Wichtig sei hierbei nicht zuletzt eine hohe soziale und politische Bereitschaft, den Strukturwandel auch zuzulassen.

Im Rahmen des Workshops wurde nur am Rande auf die technischeren Fragen der Automatisierung eingegangen. Im Kern stellt sich dabei jedoch die Frage, worin sich die aktuellen Entwicklungen von vergangenen «industriellen Revolutionen» unterscheiden und ob diese Unterschiede eine Analyse auf Basis historischer Erfahrungen in Frage stelle könnte. Solche Unterschiede könnten beispielsweise in der Automatisierungsgeschwindigkeit oder in den Auswirkungen auf die Einkommensverteilung liegen.

Am Ende wurde u.a. intensiv darüber diskutiert, in welcher Form die Automatisierungsdebatte geführt werden sollte, da zwar viele Aspekte (z.B. das technologische Potenzial der Automatisierung gewisser Tätigkeiten) rein technischer Natur sind, in der Summe jedoch Probleme bestehen, die nicht allein in Expertenkreisen behandelt werden können, sondern auch die breitere Öffentlichkeit involvieren müssen.

Der Workshop hat gezeigt, dass die Interaktion von Technologie, Innovation und Arbeit viele wichtig und bisher höchstens teilweise beantwortete Fragen birgt, deren Antwort jedoch von grossem gesellschaftlichen Interesse ist. Reatch wird dieses Thema daher aktiv weiterverfolgen.

Partner

Nach einer längeren Phase der fruchtbaren Zusammenarbeit wurde im Juni 2007 eine enge Partnerschaft vereinbart. Das Collegium Helveticum ist ein von Universität Zürich und ETH Zürich gemeinsam getragenes Institut.

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Die Helvetia ist eine qualitätsorientierte Allbranchenversicherung mit über 150 Jahren Erfahrung. Die Stiftung Academia Engelberg ist überzeugt, durch die Partnerschaft ab 2015 wichtige Synergien nutzen zu können.

2014 ist die Stiftung Academia Engelberg eine Partnerschaft mit der Universität Lund aus Schweden eingegangen. Die Universität wurde im Jahre 1666 gegründet, jedoch bestand schon 1425 das Studium generale, ein Vorgänger der heutigen Universität.

Die Stiftung fördert die Erforschung der verbindenden humanen Grundlagen der Wissenschaften. Die Stiftung Academia Engelberg und die Stiftung Humanwissenschaftliche Grundlagenforschung haben für die Jahre 2011 bis 2015 eine Zusammenarbeit vereinbart.

Mit Singularity 2030 besteht seit 2016 eine Partnerschaft. Ziel es es, Synergien bei der Vermittlung von wissenschaftlicher Forschung über Singularity (künstliche Intelligenz / biologische Intelligenz) an die breite Öffentlichkeit und Unternehmerkreise zu nutzen.

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