Zürich, 27. September 2009



Sonntag, 27. September 2009

Autor

Matthias Jenny

Zunächst ein paar Informationen zu meiner Person. Ich heisse Matthias Jenny, wurde 1987 geboren und bin Bachelorstudent an der Universität Zürich. Im Hauptfach studiere ich Philosophie und in den Nebenfächern Volkswirtschaftslehre und Soziologie. Ausserdem bin ich Mitglied der Schweizerischen Studienstiftung. Dank der Schweizerischen Studienstiftung habe ich die Möglichkeit, am 8th Dialogue on Science der Academia Engelberg eine Replik vorzutragen zu einer Präsentation von Peter Meyer. Die Academia Engelberg beschäftigt sich dieses Jahr mit dem Thema „Violence in Human Society“ und Peter Meyers Beitrag trägt den Titel „Evolutionary Background of Violence in Human Society“.

Nun mag es überraschen, dass jemand mit meiner Fächerkombination ein Referat zu einem solchen Thema kommentieren wird. Schliesslich würde man eher erwarten, dass sich ein Biologiestudent dessen annehmen würde. Die Überraschung sollte sich ein bisschen legen mit dem Hinweis, dass Peter Meyer Emeritus am Lehrstuhl für Soziologie an der Universität Augsburg ist und zusätzlich zu seinem Soziologiestudium unter anderem auch Philosophie und Wirtschaftsgeschichte studiert hat. Tatsächlich ist Peter Meyer aber der Fachrichtung der Soziobiologie zuzurechnen und ist Autor von Büchern mit Titeln wie Evolution und Gewalt und Soziobiologie und Soziologie.

Mein Interesse für die Soziobiologie sowie für die mit ihr verwandten Disziplin der evolutionären Psychologie folgt aus meiner Auseinandersetzug mit Fragen der Philosophie der Sozialwissenschaften. Ich empfinde zwar grossen Respekt für die Methoden und grosse Bewunderung für die Ergebnisse der Naturwissenschaften inklusive der Biologie. Aber aufgrund meiner Beschäftigung mit der Philosophie der Sozialwissenschaften und den Sozialwissenschaften selber habe ich eine gewisse Skepsis entwickelt für die jüngsten Versuche, sozialwissenschaftliche Fragestellungen an solch naturwissenschaftliche Disziplinen wie die Evolutionsbiologie und die Neurowissenschaften abzugeben. Dementsprechend glaube ich sowohl aus philosophischen wie aus empirischen Gründen auch nicht, dass eine Klärung des evolutionären Hintergrundes menschlicher Gewalt viel Hilfreiches zu unserer gesellschaftlichen Auseinandersetzung mit Gewalt beiträgt.

Abgesehen von diesem eher engen (und grösstenteils negativen) Interesse an Peter Meyers Präsentation interessiert mich das Thema der diesjährigen Konferenz der Academia Engelberg aber auch im Allgemeinen. Meine Studienfachkombination habe ich unter anderem aufgrund meines Interesses an grundsätzlichen politischen Fragestellungen gewählt. Spätestens seit Thomas Hobbes (1588-1679) ist eine Frage, die die politische Philosophie beschäftigt jene, unter welchen Umständen Menschen zu Kooperation fähig sind und wann sie zu Gewalt neigen. Ist der natürliche Zustand des Menschen tatsächlich „solitary, poor, nasty, brutish and short“, wie Hobbes meint, oder sind Menschen grundsätzlich friedfertig und kooperativ, wie nach Hobbes etwa John Locke (1632-1704) meinte? Die Antwort auf diese Frage hat grossen Einfluss auf die Frage, wie wir verschiedene politische Systeme beurteilen sollen. Deshalb bin ich gespannt, was ich hinsichtlich dieser Frage von den Beiträgen an der Academia Engelberg lernen kann.

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