Zwischenfazit nach eineinhalb Tagen



Donnerstag, 17. Oktober 2013

Autor

Monika Wehrli / Julian Renninger

Nachdem wir erneut in den Genuss eines alle Wünsche erfüllenden Lunchbuffets gekommen sind, setzen sich Ihre drei Korrespondenten der Nachmittagssession zusammen, um über die bisherigen Programmpunkte zu resümieren.

Bis jetzt hat sich noch beinahe jede Referentin und jeder Referent von Neuem um eine eigene Definition des Sozialstaats bemüht. Vom Gender-Gap über das Konzept der Sockelgerechtigkeit bis hin zur Solidarität war alles dabei. Der Eindruck verhärtet sich: Beim Thema Sozialstaat reden wir nicht immer von genau denselben Inhalten.

Nach einer Fülle von interessanten und anspruchsvollen Referaten weiss die Zuhörerschaft nun relativ gut Bescheid über die Entstehung des Sozialstaats in der Schweiz und die sich heute stellenden Probleme. Auch wurde die Stellung der Schweiz im internationalen Vergleich positioniert.

Einstimmig zum interessantesten Gedanken des ersten Tages gekürt hat das Kommitee der Blogger: Mehr Netto vom Brutto!

Es geht nicht darum, wie viel mal in ein Sozialsystem investiert, sondern vielmehr welche Leistung effektiv bei den Bedürftigen ankommt. Man kann ach so viel in ein Sozialsystem stecken, mit Staatsquoten über 60%; doch wenn beim Bürger spürbar nichts ankommt, oder er den Eindruck hat, der Staat sei untätig, dann ist alles umsonst.

Daher: Lasst uns, auch in Forschung und politischer Diskussion, nicht auf den Input schauen, sondern den Fokus stattdessen auf den Output legen.

An dieser Stelle sei auch Platz für konstruktive Kritik. Das Grundthema ist gegeben: die Zukunft des Sozialstaates. Dafür wurde mit Sorgfalt ein spannendes, gestrafftes Programm zusammengestellt, mit Referenten, die ihre Ideenkonzepte und Gedanken, Studien und Thesen rundherum aufbauen können.

Wie kommt es also, dass sich der Inhalt der einzelnen Vorträgen in einander wiederspiegeln? Dabei geht es nicht darum, dass die Vorträge gut mit einander vernetzt sind, sondern sich teilweise schon überlappen. Es herrscht eine Divergenz, zwischen den Erwartungen, die anhand der Abstracts der Vorträge gestellt wird und dem Outcome, der schlussendlich zählt.

Dies mag wohl auch daran liegen, dass die vielen spannenden Themen, jedes für sich, schon weit mehr als eine knappe Stunde behandelt werden sollten, um wirklich tiefgründig darauf eingehen zu können. Aus zeitlichen Gründen ist dies klar nicht möglich.

Dennoch bleibt damit wenig Raum um die angeschnittenen Vorträge zu diskutieren und seine eigenen Gedankenschlüsse daraus zu ziehen. Viele der Vortragenden kommen nur dazu ihre Definition und zum Teil ihre Meinung zum Sozialstaat darzulegen.

Potentielle Lösungen, Kritiken und Hinterfragungen finden erst jeweils gegen Ende einen Platz in ihrer Rede. Somit werden die wichtigsten und spannendsten Aspekte jeweils nur angetönt, wobei eben keine Zeit bleibt, diese in einer Diskussion weiter zu entwickeln. Von daher scheint es angezeigt, in einer nächsten Ausgabe der Academia Engelberg weniger auf die Quantität der Referate, sondern mehr auch auf die Möglichkeit der vertieften Diskussion der Beiträge zu achten.

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