Armut trotz Reichtum



Mittwoch, 16. Oktober 2013 | 9:15 Uhr

Referent

Ueli Mäder

Organisation

Universtität Basel

Reporting

Professor Ueli Mäder, Institut für Soziologie, Universität Basel, konstatierte, dass die Schweiz zu den reichsten Ländern der Welt gehöre. Der Reichtum sei allerdings sehr einseitig verteilt. Ein Prozent der privaten Steuerpflichtigen verfüge laut dem Global Wealth Bericht der Credit Suisse (2010) über mehr Nettovermögen als die übrigen 99 Prozent. Und er meinte weiter: „Nach dem Zweiten Weltkrieg verbesserten in der Schweiz breite Bevölkerungsteile ihre materielle Lebenssituation. Wichtige soziale Einrichtungen entstanden: Versicherungen für alte, verwitwete und behinderte Menschen. Soziale Ungleichheiten nahmen ab.
Im Jahr 1972 zählte die Schweiz nur 106 Arbeitslose. Mit der Vollbeschäftigung schien die alte, materielle Armut passé zu sein. Aber das änderte sich mit den rezessiven Einbrüchen. Tausende von Menschen verloren ihre Erwerbsarbeit.
Und seit Ende der 1980er-Jahre setzt sich ein finanzkapitalistisches Regime durch, das Kapitalgewinne forciert, soziale Gegensätze legitimiert und die Produktion weiter rationalisiert. Wenn Maschinen menschliche Arbeitskraft ersetzen, könnte uns das mehr Zeit und Geld bescheren. Es hapert aber mit der Verteilung. So geraten vor allem viele Alleinlebende, Alleinerziehende und Familien mit Kindern in Bedrängnis.“
Zum Abschluss zitierte Ueli Mäder verschiedene wohlhabende Personen. Die Aussagen regten teilweise zum Nachdenken an, andere führten zu einem Schmunzeln unter den Teilnehmern. So zum Beispiel diese: „Wer arbeitet hat keine Zeit, um Geld zu verdienen.“

Ueli Mäder

Geboren 1951; Wirtschaftsmatur, Studium für Soziologie, Psychologie und Philosophie.
Grundausbildung in Psychotherapie.
Geschäftsleitung einer Entwicklungsorganisation.
Dozent an der Hochschule für Soziale Arbeit (FHNW).
2001-2004 Extraordinariat an der Universität Fribourg.
Seit 2005: Ordentlicher Professor an der Universität Basel. Alt Dekan der Philosophisch-Historischen Fakultät. Leitung des Nachdiplomstudiums „“Konfliktanalysen und Konfliktbewältigung“

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