Bedingungen der Wohlstandsproduktion in Familien



Mittwoch, 16. Oktober 2013 | 11:15 Uhr

Referent

Heidi Stutz

Organisation

Büro für arbeits- und sozialpolitische Studien BASS

Reporting

Heidi Stutz, Büro für arbeits- und sozialpolitische Studien BASS, meinte, dass der Sozialstaat den Wohlstand und die Wohlfahrt der Einzelnen nicht alleine sichern könne. Er fange im Kern nur die Erwerbstätigen bei Verdienstausfällen wegen Krankheit, Unfall, Invalidität und im Alter finanziell auf. Doch der Pflege- und Betreuungsbedarf, wie auch die Pflege- und Betreuungsarbeit, die zum grössten Teil unbezahlt durch Angehörige geleistet werde, sei in den meisten Ländern nur minimal abgesichert.
Grund dafür sei, dass bei der Einführung der sozialstaatlichen Errungenschaften selbstverständlich erschien, dass die Ehemänner als Alleinernährer ihre Gattinnen mitversorgten, die im Schosse der Familie Pflege und Betreuung von Kindern, Kranken und gebrechlichen Eltern wahrnehmen sollten. Die geschlechtsspezifische Arbeitsteilung habe sich aber verändert. Und gleichzeitig hätten die Unsicherheiten und Brüche im Erwerbsleben zugenommen.
„Wenn Familien und sozialer Nahraum ihre wichtige Rolle bei der Produktion von Wohlstand und Wohlfahrt weiter wahrnehmen sollen, dann ist das Verhältnis von Sozialstaat, geschlechtsspezifischer Arbeitsteilung sowie die Übernahme und Absicherung von Pflege und Betreuung neu zu denken.“ Meinte sie und forderte: „Bessere Lösungen für getrennte Eltern. Bessere Grundabsicherung für Familien mit tiefem Einkommen. Und damit der künftige Pflege- und Betreuungsbedarf gedeckt wird, braucht es zudem sozialversicherte Auszeiten in care-intensiven Phasen.“

Heidi Stutz

Sozialökonomin und Wirtschaftshistorikerin
lic. phil. hist., 1959
Studium der Wirtschaftsgeschichte in Verbindung mit Sozialökonomie in Zürich. Tätigkeit als Journalistin und Redaktorin.
Im BASS seit 2000.

Schwerpunkte
Soziale Sicherung: Studien zu Familienpolitik (u.a. Mitarbeit an Studie «Familien, Geld und Politik» im Nationalen Forschungsprogramm 45), Generationenpolitik (Co-Leitung der Studie «Erben in der Schweiz» im Nationalen Forschungsprogramm 52) und sozialer Mindestsicherung (Studie «Modelle zu einem garantierten Mindesteinkommen» fürs Bundesamt für Sozialversicherung und verschiedene Arbeiten zu Sozialhilfe).
Gleichstellung: Langjährige Forschungserfahrung zu Fragen der Gleichstellung der Geschlechter (u.a. Evaluation des Gleichstellungsgesetzes, Projekt Geschlecht und Forschungsförderung GEFO im Auftrag des SNF).
Arbeit: Projekte zu Vereinbarkeit von Familie und Beruf sowie zu bezahlter und unbezahlter Arbeit.

Donatoren und Partner

Der ETH-Rat ist verantwortlich für die strategische Führung des ETH-Bereichs und übernimmt die Aufsicht über dessen Institutionen. Die enge Partnerschaft zum ETH-Rat seit dem Jahr 2000 trägt zu einem erfolgreichen Fortbestehen der Stiftung Academia Engelberg bei.

Die Helvetia ist eine qualitätsorientierte Allbranchenversicherung mit über 150 Jahren Erfahrung. Die Stiftung Academia Engelberg ist überzeugt, durch die Partnerschaft ab 2015 wichtige Synergien nutzen zu können.

DIE HIRSCHMANN STIFTUNG ist eine gemeinnützige schweizerische Stiftung. 1985 wurde sie vom Unternehmer und Aviatik-Pionier Carl W. Hirschmann gegründet.

Das Benediktinerkloster Engelberg prägt die Geschichte des wunderschönen Bergtales seit seiner Gründung im Jahr 1120.

Die heutigen Tätigkeiten der Mönche erwuchsen weitgehend den Bedürfnissen des Ortes. Bildungsarbeit an der Stiftsschule, Seelsorge in der Pfarrei, Handwerks- und Dienstleistungsbetriebe, Kultur- und Landschaftspflege sind Bereiche, in denen sich die Mönche sowie Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter des Klosters engagieren.

Die Stiftung fördert die Erforschung der verbindenden humanen Grundlagen der Wissenschaften. Die Stiftung Academia Engelberg und die Stiftung Humanwissenschaftliche Grundlagenforschung haben für die Jahre 2011 bis 2015 eine Zusammenarbeit vereinbart.

Seit Sommer 2013 besteht eine Partnerschaft mit der Universität Luzern. Und seit 2016 auch eine partnerschaft mit der Wirtschaftswissenschaftlichen Fakultät der Universität Luzern. Mit diesen Partnerschaften werden Synergien genutzt und gemeinsame Projekte geprüft und realisiert. Die Universität Luzern besteht derzeit aus drei Fakultäten, nämlich der Theologischen, der Kultur- und Sozi-alwissenschaftlichen und der Rechtswissenschaftlichen Fakultät.

Im Fokus der Stiftung steht die Förderung von Organisationen in den Bereichen Kultur und Kunst, Architektur, Design, Musik, Sport, Bildung und Wissenschaft. Sie ist seit 2014 Partner der Stiftung Academia Engelberg.