Der Sozialstaat im Zeitalter der Globalisierung



Dienstag, 15. Oktober 2013 | 11:00 Uhr

Referent

Gerhard Bäcker

Organisation

Universität Duisburg-Essen

Reporting

In seinem Referat fragte Professor Gerhard Bäcker von der Universität Duisburg-Essen „Führt die „Globalisierung“ zu einem Ende der Sozialstaaten, so wie sie sich in Europa entwickelt haben? Gerät das „Soziale“ in der Gesellschaft im Kampf um Renditen, Absatzmärkte und Exportquoten unter die Räder? Sind die radikalen Einschnitte in das soziale Netz, die in den südeuropäischen Staaten derzeit exekutiert werden, Vorboten eines allgemeinen Trends?“
Bei der Auseinandersetzung mit diesen Fragen sei es angebracht, sich nicht allein von düsteren Schreckensszenarien leiten zu lassen. Denn es sei nicht abstrakt die „Globalisierung“, die den Sozialstaat unter Druck setze: „Entscheidend ist vielmehr, welche politischen Strategien eingeschlagen werden, um auch unter den Bedingungen ökonomischer, sozialer und demografischer Herausforderungen, wirtschaftliche Leistungsfähigkeit und sozialen Ausgleich miteinander in Einklang zu bringen. Ein europäischer Vergleich zeigt, dass es diese Grundentscheidungen sind, die die Zukunft des Sozialstaates bestimmen“, erläuterte er.
Beim Publikum warfen besonders seine Ausführungen zur Arbeitsproduktivität und den damit zusammenhängenden Lohnsegmenten der einzelnen Länder Fragen auf. Auch die Steuervermeidungsstrategien von Dienstleistungsbetrieben wurden hinterfragt. Welche Auswirkungen haben diese Strategien auf den Sozialstaat?
Sehen Sie sich das Video an und erfahren Sie mehr zum Thema.

Gerhard Bäcker

Gerhard Bäcker studierte Volkswirtschaftslehre an der Universität zu Köln. Nach Abschluss seines Studiums 1973 war er zunächst Assistent am Seminar für Sozialpolitik an der Universität in Köln und arbeitete in der Forschung am Institut für Sozialforschung und Gesellschaftspolitik Köln. Von 1977 bis 1996 war er wissenschaftlicher Referent im WSI der Hans-Böckler-Stiftung. Er wurde 1981 an der Universität Bremen promoviert. Zwischen 1996 und 2002 lehrte er Politik an der Hochschule Niederrhein in Mönchengladbach.

Gerhard Bäcker war bis Anfang 2012 Professor für Soziologie an der Universität Duisburg-Essen und von 2005 bis Mitte 2010 leitete er das Dekanat des Fachbereichs für Gesellschaftswissenschaften auf dem Campus in Duisburg. Zugleich war er Stellvertretender Geschäftsführer des Instituts Arbeit und Qualifikation. Seit März 2012 ist er pensioniert und ist als Senior Fellow dem Institut Arbeit und Qualifikation angeschlossen.

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