Hunger und Überfluss – die zweigeteilte Welt



Freitag, 17. Oktober 2014 | 10:30 Uhr

Referent

Klaus Töpfer

Organisation

IASS

Reporting

Einen besorgniserregenden Überblick über die rasante weltweite Bodenerosion lieferte Prof. Klaus Töpfer, ehemaliger Deutscher Umweltminister, Institute of Advanced Sustainability in Potsdam: „Wir müssen den Umgang mit Lebensmitteln überdenken – Lebensmittel sind zu einem Lifestyle-Artikel verkommen. Dieser Nahrungsmittelüberfluss verbunden mit einer immensen Lebensmittelverschwendung in den Industrienationen teilt die Weltbevölkerung immer mehr in Reich und Arm.“

Produktionssysteme und die daraus resultierende Überproduktion in den Industrieländern seien eng mit dem Druck auf die Ernährungssicherheit und die Lebensgrundlagen in anderen Teilen der Welt verbunden. Gleichzeitig steige der Verlust von produktivem Land weltweit durch Abbau und Flächeninanspruchnahme für Siedlungen und Infrastruktur. Dies führe zu erheblichen Kürzungen der Produktionskapazitäten für Lebensmittel. Wir würden etwa 24 Milliarden Tonnen fruchtbaren Boden jedes Jahr aufgrund der Bodendegradierung verlieren. Dieser Landverlust könnte zu Produktionsschwierigkeiten und zu steigenden Lebensmittelpreisen führen, warnte er die Teilnehmenden des 13. Wissenschaftskongresses der Stiftung Academia Engelberg.

Mehr zu diesem Thema erfahren Sie im Video zum Referat von Klaus Töpfer.

Klaus Töpfer

Professor Dr. Klaus Töpfer ist Gründungsdirektor (2009) und derzeitiger Exekutivdirektor des Institut for Advanced Sustainability Studies (IASS) in Potsdam. Er war außerdem Exekutivdirektor des Umweltprogramms der Vereinten Nationen (UNEP) in Nairobi und Unter-Generalsekretär der Vereinten Nationen (1998 – 2006).

1985 wurde er von der Universität Mainz und 2005 von der Wirtschaftswissenschaftlichen Fakultät der Universität Tübingen zum Honorarprofessor ernannt. Seit 2007 ist er Professor für Umwelt und nachhaltige Entwicklung an der Tongji-Universität in Shanghai.

Von 1978 bis 1979 war er Professor und Direktor des Instituts für Raumforschung und Landesplanung an der Universität Hannover und Mitglied im Rat der Sachverständigen für Umweltfragen.

Von 1971 bis 1978 war er Abteilungsleiter für Planung und Information der Staatskanzlei des Saarlandes sowie Lehrbeauftragter an der Hochschule für Verwaltungswissenschaften in Speyer. Während dieser Zeit war er außerdem als entwicklungspolitischer Berater der Länder Ägypten, Malawi, Brasilien und Jordanien tätig.

Er studierte Volkswirtschaftslehre in Frankfurt am Main und Münster, wo er das Studium 1964 als Diplom- Volkswirt beendete. Von 1965 bis 1971 war er als wissenschaftlicher Assistent am Zentralinstitut für Raumforschung und Landesplanung an der Universität Münster tätig, wo er 1968 mit der Arbeit „Regionalpolitik und Standortentscheidung“ zum Dr. rer. pol. promovierte.

Klaus Töpfer ist seit 1972 Mitglied der Christlich Demokratischen Union (CDU) in Deutschland. Er ist ehemaliger Minister für Umwelt und Gesundheit des Landes Rheinland-Pfalz (1985 – 1987). Er war von 1987 bis 1994 Bundesminister für Umwelt, Naturschutz und Reaktorsicherheit und von 1994 bis 1998 Bundesminister für Raumordnung, Bauwesen und Städtebau. Außerdem war er von 1990 bis 1998 Mitglied des Deutschen Bundestages.

Donatoren und Partner

Der ETH-Rat ist verantwortlich für die strategische Führung des ETH-Bereichs und übernimmt die Aufsicht über dessen Institutionen. Die enge Partnerschaft zum ETH-Rat seit dem Jahr 2000 trägt zu einem erfolgreichen Fortbestehen der Stiftung Academia Engelberg bei.

Die Helvetia ist eine qualitätsorientierte Allbranchenversicherung mit über 150 Jahren Erfahrung. Die Stiftung Academia Engelberg ist überzeugt, durch die Partnerschaft ab 2015 wichtige Synergien nutzen zu können.

DIE HIRSCHMANN STIFTUNG ist eine gemeinnützige schweizerische Stiftung. 1985 wurde sie vom Unternehmer und Aviatik-Pionier Carl W. Hirschmann gegründet.

Das Benediktinerkloster Engelberg prägt die Geschichte des wunderschönen Bergtales seit seiner Gründung im Jahr 1120.

Die heutigen Tätigkeiten der Mönche erwuchsen weitgehend den Bedürfnissen des Ortes. Bildungsarbeit an der Stiftsschule, Seelsorge in der Pfarrei, Handwerks- und Dienstleistungsbetriebe, Kultur- und Landschaftspflege sind Bereiche, in denen sich die Mönche sowie Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter des Klosters engagieren.

Die Stiftung fördert die Erforschung der verbindenden humanen Grundlagen der Wissenschaften. Die Stiftung Academia Engelberg und die Stiftung Humanwissenschaftliche Grundlagenforschung haben für die Jahre 2011 bis 2015 eine Zusammenarbeit vereinbart.

Seit Sommer 2013 besteht eine Partnerschaft mit der Universität Luzern. Und seit 2016 auch eine partnerschaft mit der Wirtschaftswissenschaftlichen Fakultät der Universität Luzern. Mit diesen Partnerschaften werden Synergien genutzt und gemeinsame Projekte geprüft und realisiert. Die Universität Luzern besteht derzeit aus drei Fakultäten, nämlich der Theologischen, der Kultur- und Sozi-alwissenschaftlichen und der Rechtswissenschaftlichen Fakultät.

Im Fokus der Stiftung steht die Förderung von Organisationen in den Bereichen Kultur und Kunst, Architektur, Design, Musik, Sport, Bildung und Wissenschaft. Sie ist seit 2014 Partner der Stiftung Academia Engelberg.