Oel und Geopolitik



Dienstag, 10. Oktober 2006 | 15:30 Uhr

Referent

Prof. Kurt Spillmann

Organisation

ETH Zürich

Reporting

Öl und Derivate sind praktisch und überall erhältlich. Sie sind nicht nur Treibstoff sondern Ausgangsrohstoff für Konsumartikel. Im Jahre 2005 lag der weltweite Verbrauch bei 20 Mio. Fass. Dies entspricht der Länge eines Güterzugs von Sizilien nach Hamburg. Für 2030 ist mit einem Verbrauch von 121.3 Mio. Fass zu rechnen. Saudi Arabien weist die höchsten Erdölvorräte auf, gefolgt von Irak, Iran liegt an fünfter Stelle, gefolgt von Venezuela. Russland realisiert eine Pipeline vom Kaspischen zum Schwarzen Meer. Energiepolitisch liegt Multipolarität vor. Der Mittelzufluss aus Erdöl stärkt autoritäre Regimes. Am 20. Juni dieses Jahres hat der iranische Präsident Ahmedinejad den Begriff „Erdölwaffe“ verwendet. 1859 hatte der erste Ölbohrturm seinen Betrieb in Pennsylvania aufgenommen. Die Produktion wurde vor allem für Kerosinbeleuchtungen verwendet. 1908 folgte das Massenprodukt Ford Model T. Zu Beginn des Ersten Weltkriegs, der konventionell begann und motorisiert endete, eröffneten die Deutschen die Bagdadbahn. Im Zweiten Weltkrieg litten die Achsenmächte an Ölmangel. Weitere Eckdaten sind u.a.: Sykes-Picot Vertrag 1916, Marktdomination der „Seven Sisters“, 1951 die Ermordung Mossadeghs im Iran durch die CIA, die Suezkrise, 1973 das erste erfolgreiche arabische Erdölembargo, der OPEC Schock von 1979, gefolgt von Überproduktion. Prof. Spillmann zählt einige Massnahmen zur Energiesicherung auf: Diversifikation, Alternativen, Einsparungen, Effizienzsteigerung, Stabilisierung, Stärkung von Regelsystemen, faire rechtliche Verankerung der Globalisierung, Transparenz. Entscheidend ist ein Mentalitätswandel in Politik, Wirtschaft und Gesellschaft. Als innovatives Beispiel nannte er Toyota, die 2007 die Ralley Paris-Dakar mit einem Auto, angetrieben mit Biodiesel aus Kochöl, bestreiten werden.

Prof. Kurt Spillmann

Kurt R. Spillmann hat in der Schweiz die Analyse von Konflikten und deren Ursachen geprägt wie keiner vor ihm: als Professor, Autor und Experte in der Öffentlichkeit. 1986 zum ETH-Ordinarius für Sicherheitspolitik und Konfliktforschung an die ETH berufen, gründete und leitete er die Forschungsstelle für Sicherheitspolitik und Konfliktanalyse (FSK). Er initiierte zudem die Schaffung des Center for Comparative and International Studies (CIS), eines Clusters von heute zehn Professuren, der die entsprechenden Kompetenzen von ETH und Universität bündelt. Lange Jahre war er, der im Militär den Rang eines Obersten bekleidete, Vorsteher der Abteilung für Militärwissenschaften. Daneben hat Spillmann Wichtiges als Berater geleistet: So hat er seinen nicht unwesentlichen Teil dazu beigetragen, dass die Schweizer Sicherheitspolitik sich in den neunziger Jahren modernisierte und öffnete.

Seit seiner Emeritierung im Jahr 2002 hat er nun mehr Zeit, seinen besonderen Interessen zu nachzugehen: Den psychologischen und gesellschaftlichen Hintergründen von Krieg und Frieden zum Beispiel, den interdisziplinären Zusammenhängen zwischen Ökologie und politischen Konflikten – insbesondere Wasserkonflikten -, und der Nachwuchsförderung. Das tut er aber nicht notwendigerweise in seinem Zürcher Domizil. Seit seiner Römer Studienzeit hat Kurt Spillmann eine Affinität zu Italien: So hat er mit seiner Frau in Cortona in der Toskana in den vergangenen Jahren zusätzliche Wurzeln geschlagen.

Donatoren und Partner

Der ETH-Rat ist verantwortlich für die strategische Führung des ETH-Bereichs und übernimmt die Aufsicht über dessen Institutionen. Die enge Partnerschaft zum ETH-Rat seit dem Jahr 2000 trägt zu einem erfolgreichen Fortbestehen der Stiftung Academia Engelberg bei.

Die Helvetia ist eine qualitätsorientierte Allbranchenversicherung mit über 150 Jahren Erfahrung. Die Stiftung Academia Engelberg ist überzeugt, durch die Partnerschaft ab 2015 wichtige Synergien nutzen zu können.

DIE HIRSCHMANN STIFTUNG ist eine gemeinnützige schweizerische Stiftung. 1985 wurde sie vom Unternehmer und Aviatik-Pionier Carl W. Hirschmann gegründet.

Das Benediktinerkloster Engelberg prägt die Geschichte des wunderschönen Bergtales seit seiner Gründung im Jahr 1120.

Die heutigen Tätigkeiten der Mönche erwuchsen weitgehend den Bedürfnissen des Ortes. Bildungsarbeit an der Stiftsschule, Seelsorge in der Pfarrei, Handwerks- und Dienstleistungsbetriebe, Kultur- und Landschaftspflege sind Bereiche, in denen sich die Mönche sowie Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter des Klosters engagieren.

Die Stiftung fördert die Erforschung der verbindenden humanen Grundlagen der Wissenschaften. Die Stiftung Academia Engelberg und die Stiftung Humanwissenschaftliche Grundlagenforschung haben für die Jahre 2011 bis 2015 eine Zusammenarbeit vereinbart.

Seit Sommer 2013 besteht eine Partnerschaft mit der Universität Luzern. Und seit 2016 auch eine partnerschaft mit der Wirtschaftswissenschaftlichen Fakultät der Universität Luzern. Mit diesen Partnerschaften werden Synergien genutzt und gemeinsame Projekte geprüft und realisiert. Die Universität Luzern besteht derzeit aus drei Fakultäten, nämlich der Theologischen, der Kultur- und Sozi-alwissenschaftlichen und der Rechtswissenschaftlichen Fakultät.

Im Fokus der Stiftung steht die Förderung von Organisationen in den Bereichen Kultur und Kunst, Architektur, Design, Musik, Sport, Bildung und Wissenschaft. Sie ist seit 2014 Partner der Stiftung Academia Engelberg.