Rechtliche Aspekte der personalisierten Medizin



Freitag, 16. September 2011 | 9:15 Uhr

Referent

Brigitte Tag

Organisation

Universität Zürich

Reporting

Professorin Brigitte Tag von der Universität Zürich führte aus, dass die personalisierte Medizin den Zugang zu Informationen wesentlich erhöhe. Die Arzt-Patienten-Beziehung werde sich ändern. Auch die Ansprüche an die Kompetenz der Patienten erhöhe sich. Es stellten sich auch ökonomische und gesellschaftliche Fragen. Aus rechtlicher Sicht seien einerseits das therapeutische Feld und andererseits die klinische Forschung betroffen. Der Arzt sei verpflichtet, die Patienten aufzuklären. Auch müsse der Patient wissen, dass er ein Selbstbestimmungsrecht habe. Im Grundsatz sei die Wahl der Therapie Sache des Arztes oder der Ärztin. Stehen mehrere Therapiemöglichkeiten zur Verfügung, die für den Patienten mit erkennbar unterschiedlichen Chancen und Risiken verbunden seien, so sei er in die Therapiewahl einzubeziehen. Hierfür sei die Einwilligungserklärung vor der Behandlung nötig. Die Urteilsfähigkeit der erklärenden Person wird vorausgesetzt. Brigitte Tag betonte, dass weitere gesetzliche Grundlagen zur berücksichtigen seien. Im Humanforschungsgesetz würden in Zukunft verschiedenen Grundsätze festgelegt. Dazu gehören das Prinzip der Subsidiarität, der Verhältnismässigkeit, der Unentgeltlichkeit und der Anonymisierung. Auch der Umgang mit Daten und biologischem Material werde geregelt. Dieses Gesetz werde voraussichtlich im Sommer 2013 in der Schweiz wirksam. Erst die Zukunft werde zeigen, ob mit dieser Regulation die Ziele erreicht werden.

Brigitte Tag

Brigitte Tag, full professor of criminal law, criminal proceeding and medical law, University of Zurich (UZH). She studied law at the University of Heidelberg, passed there the “First Legal State Exam” and the “Second Legal State Exam” and achieved her PhD in the field of white collar crime. Her postgraduate studies concerned the triangle of conflicting priorities among criminal law, medicine and medical ethics.

In 2000 she was awarded the venia legendi in criminal law, criminal proceedings and medical law. After being visiting professor at the Humboldt-University Berlin and the Technical University Dresden she was appointed as a full-professor on the law faculty at the UZH in 2002.

Among other positions and functions Brigitte Tag is Delegate of the Professorate at the University Council at the UZH, President of the Gender Equality Commission UZH, Investigating Person in suspicious cases of sexual harassment, Programme Director of „PhD, Biomedical Ethics and Law“, Law Track, President of the Executive Committee of the Competence Centre Medicine – Ethic – Law Helveatiae MERH and Dean of the Class Social Sciences Law and Economies of the European Academy of Sciences and Arts.

In addition to this she still maintains her position as an attorney in Germany. In 1996 she was awarded with the “Prize for Best Teaching of the German Federal State Baden-Württemberg”, in 2009 with the “Credit Suisse Award for Best Teaching” University of Zurich. In May 2010 Prof. Tag was admitted a member of the Swiss Academy of Medical Sciences.

Donatoren und Partner

Der ETH-Rat ist verantwortlich für die strategische Führung des ETH-Bereichs und übernimmt die Aufsicht über dessen Institutionen. Die enge Partnerschaft zum ETH-Rat seit dem Jahr 2000 trägt zu einem erfolgreichen Fortbestehen der Stiftung Academia Engelberg bei.

Die Helvetia ist eine qualitätsorientierte Allbranchenversicherung mit über 150 Jahren Erfahrung. Die Stiftung Academia Engelberg ist überzeugt, durch die Partnerschaft ab 2015 wichtige Synergien nutzen zu können.

DIE HIRSCHMANN STIFTUNG ist eine gemeinnützige schweizerische Stiftung. 1985 wurde sie vom Unternehmer und Aviatik-Pionier Carl W. Hirschmann gegründet.

Das Benediktinerkloster Engelberg prägt die Geschichte des wunderschönen Bergtales seit seiner Gründung im Jahr 1120.

Die heutigen Tätigkeiten der Mönche erwuchsen weitgehend den Bedürfnissen des Ortes. Bildungsarbeit an der Stiftsschule, Seelsorge in der Pfarrei, Handwerks- und Dienstleistungsbetriebe, Kultur- und Landschaftspflege sind Bereiche, in denen sich die Mönche sowie Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter des Klosters engagieren.

Die Stiftung fördert die Erforschung der verbindenden humanen Grundlagen der Wissenschaften. Die Stiftung Academia Engelberg und die Stiftung Humanwissenschaftliche Grundlagenforschung haben für die Jahre 2011 bis 2015 eine Zusammenarbeit vereinbart.

Seit Sommer 2013 besteht eine Partnerschaft mit der Universität Luzern. Und seit 2016 auch eine partnerschaft mit der Wirtschaftswissenschaftlichen Fakultät der Universität Luzern. Mit diesen Partnerschaften werden Synergien genutzt und gemeinsame Projekte geprüft und realisiert. Die Universität Luzern besteht derzeit aus drei Fakultäten, nämlich der Theologischen, der Kultur- und Sozi-alwissenschaftlichen und der Rechtswissenschaftlichen Fakultät.

Im Fokus der Stiftung steht die Förderung von Organisationen in den Bereichen Kultur und Kunst, Architektur, Design, Musik, Sport, Bildung und Wissenschaft. Sie ist seit 2014 Partner der Stiftung Academia Engelberg.