Sind gerechte Gesellschaften glücklicher?



Dienstag, 15. Oktober 2013 | 16:45 Uhr

Referent

Richard Wilkinson

Organisation

University of Nottingham

Reporting

Professor Richard Wilkinson, em., Soziale Epidemiologie, Universität Nottingham, verglich Gesellschaften unter verschiedenen Gesichtspunkten um herauszufinden, welche am glücklichsten seien.
Vergleiche man die Lebenserwartung, psychische Gesundheit, Gewaltenrate, Geburtenraten bei Teenagern, Drogenmissbrauch, Kindeswohl, Fettleibigkeit, Mass an Vertrauen, die schulischen Leistungen der Schüler, oder die Stärke des gesellschaftlichen Lebens unter den reichen Ländern, sei es klar, dass Gesellschaften, die dazu neigen, bei einem dieser Gesichtspunkte gut abzuschneiden, dazu tendieren bei den anderen auch gut abzuschneiden und umgekehrt.
Der Schlüssel sei die Menge der Ungleichheit in jeder Gesellschaft. Je ungleicher Länder unter einander seien, desto weniger Vertrauen und mehr psychische Probleme gebe es.
Je grösser die Lücke zwischen zwei Extrema, desto mehr Gewalt, minderjährige Eltern und weniger soziale Mobilität trete statistisch auf. Gleichzeitig stiegen auch die Ausgaben für staatliche Institutionen, wie die Polizei. Sicherheit koste in einem unzufriedenen Land mehr, denn es gebe auch mehr Probleme, die es unter Kontrolle zu halten gelte.
Mehr dazu lesen Sie auch im Blogbeitrag von Monika Wehrli. Oder Sie schauen sich das Video an.

Richard Wilkinson

Wilkinson studierte Wirtschaftsgeschichte an der London School of Economics and Political Science. Nach diesem Studium widmete er sich der Epidemiologie. Er ist Professor emeritus für Social Epidemiology an der University of Nottingham sowie Honorarprofessor am University College London.

Außerdem hatte er eine Gastprofessur an der University of York. Grosse Bekanntheit erlangte Wilkinson, als er 2009 gemeinsam mit Kate Pickett das Buch „The spirit level“ veröffentlichte. Darin legen sie einen Zusammenhang zwischen sozialer Ungleichheit und gesellschaftlichen Problemen dar. Zusammen mit Pickett und Bill Kerr gründete er im selben Jahr den Equality Trust, der sich mit der Aufklärung über die Folgen der Ungleichheit und mögliche Maßnahmen zu deren Reduzierung befasst.

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