Warum Demokratie? Eine philosophische Verteidigung gegen die subtilsten unter ihren Verächtern



Mittwoch, 13. Oktober 2010 | 16:30 Uhr

Referent

Günter Abel

Organisation

TU Berlin

Reporting

In seinem Referat stellte Professor Günter Abel von der TU Berlin die Frage, ob die Gesellschaft die Gründe für ein Demokratieverständnis jenseits des Zwangs der Dichotomie zwischen metaphysischem Absolutismus und gleichgültigem Relativismus liefern könne. Er forderte, dass man vom gesamten Bild des politischen Raums als Raum der Wahrheit und Wissen wegkommen müsse. Man müsse die Politik eher als einen Ort von Meinungen und Überzeugungen verstehen. Werde man systematisch davon abgehalten, die Wahrheit zu besitzen, sei dies der Anfang einer pluralistischen und perspektivischen Ethik zwischenmenschlicher Beziehungen und der politischen Herrschaftsform. Unter den gegenwärtigen Bedingungen von Globalisierung und Interkulturalität werde dies noch offensichtlicher. Die Aufgabe bestehe darin aufzuzeigen, dass Demokratie die politische Form sei, die zu dieser Struktur passe. Er sprach darüber, dass angesichts dieser Ausgangslage der demokratische Ethos zunehmend rationale Akzeptanz und somit Plausibilität und Fundiertheit erlange. Einfach, aber bedeutend sei die Tatsache, dass verschiedene Personen, Gruppen, Gesellschaften und Kulturen offensichtlich verschiedene Ansichten und Perspektiven haben können. Dabei sei die Demokratie die einzige Herrschaftsform, die für ihr Handeln Verantwortung übernehme.

Referat von Prof. Günter Abel

Günter Abel

Günter Abel, geboren 1947 in Homberg (D), studierte 1968-75 Philosophie, Geschichte, Romanistik, Politische Wissenschaft an den Universitäten Marburg, Lausanne, Freie Universität Berlin.

1971-74 Forschungsaufenthalte in Paris
1974 Staatsexamen für das Lehramt an Gymnasien
1976 Promotion
1981 Habilitation in Philosophie
1982 Heisenberg Stipendiat
1987 Professor für Philosophie der TU Berlin
1990 Gastprofessor an der Harvard Universität
1994-97 Dekan der philosophischen Fakultät der TU Berlin
1995-99 Gründungsdirektor des interdisziplinären Frankreich-Zentrums der TU Berlin
1999-2001 Vizepräsident der TU Berlin
Seit 2008 Leiter des Innovationszentrums Wissensforschung der TU Berlin

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