Taten statt Worte?



Donnerstag, 16. Oktober 2014

Autor

Lucia Caiata

Erster Tag an der Konferenz der Academia Engelberg 2014. Experten aus der ganzen Welt haben ihre Kenntnisse aus den verschiedenen Forschungsfeldern geteilt und wir – das Publikum – konnten uns in den sehr komplexen und vielfältigen Stoff einleben.

Verschiede Zusammenhänge wurden behandelt, doch einige Aspekte waren in vielen Referaten prä- sent und auf diese möchte ich hier mit ein paar persönlichen Gedanken eingehen. Betont wurde, dass die Zeit für Diskussionen vorbei ist und es stattdessen viel wichtiger ist, dass man den Fokus auf die Umsetzung der Lösungen setzt. So steht jetzt die „Technologie“ im Scheinwerferlicht.

Damit bin ich natürlich einverstanden. Was mich aber ein bisschen verwirrt, ist die Eile, sich von der Diskussion zu verabschieden.

Ich denke, auch in diesem Sektor bleibt noch viel zu klären, um die Taten genauer auszurichten. Verschieden Themen sind in der Bevölkerung noch umstritten, zum Beispiel betreffend GMO, Einsatz von chemischen Hilfsmitteln, Tierhaltung etc. Eine ständige Aufklärung scheint deswegen erforderlich. Aber wie ist dies möglich, wenn sich auch auf wissenschaftlicher Ebene die Meinungen nicht ganz einig sind? Oder, wenn die führenden Kreise schon eine klare Position angenommen haben, wieso ist die Bevölkerung dennoch so verwirrt und trifft Entscheidungen meistens aus dem Bauchgefühl, statt aufgrund wissenschaftlicher Daten?

Wir konnten heute auch Vertreter von multinationalen Grössen wie Nestlé hören, von denen man oft Skandale erfährt. Aber in den heutigen Vorträge sah es ganz anders aus, als ob wir alle ein gemeinsames oberes Ziel hätten – Food Security, noch wichtiger als den „Gott Profit“. Ist die Bevölkerung in dem Fall falsch informiert worden und waren die Polemiken unrecht?

Um wissenschaftliche Diskussionen zu halten, braucht man ja natürlich auch wissenschaftliche Daten, die durch Taten und nicht Worten zu sammeln sind. In dem Sinn sind Forschung und Entwicklung von neuen Technologien in der Reihe. Aber wer ist zuständig, um konkrete Beiträge auszuarbeiten? Wissenschaftler, Forscher, Ingenieure: Ein ganz kleiner Anteil der Bevölkerung. Was sollte dazwischen der Rest machen, der keine Ahnung von Wissenschaft und Technologie hat?

Eigentlich können die Menschen durch das eigene Benehmen schon viel auswirken, da aber dieser praktische Einsatz im Moment noch nicht so betrachtet wird (schlechtes vorbildliches Beispiel ist der Fleischkonsum), sind Aufklärungen notwendig. Also noch Worte. Wenn die Menschen durch Worte nicht überzeugt sind, werden sie die sicher nicht in Taten umwandeln. Worte sind ein unverzichtbares Mittel, um Taten –Lösungen- zu erreichen und anzuwenden. Der Prozess „Lösungen zu finden und einzusetzen“ besteht aus den beiden Komponenten, die sich gegenseitig unterstützen. Und das sollte ständig erfolgen: Probleme erkennen, Menschen darauf aufmerksam zu machen, F+E unterstützen (finanzielle Mittel usw), neue Ansätze mit der Bevölkerung teilen, Feedback sammeln und wieder neue Herausforderungen und Verbesserungsmöglichkeiten erkennen und soweit und so fort. Ein wichtiges Schlüsselwort wurde von allen Speakers wiederholt: „together“. In Worten und Taten, jeder in seinem Kontext.

Lucia Caiata

21 Jahre alt, aus dem Tessin, studiert an der ETH Zürich Lebensmittelwissenschaften im 5. Semester. Sie ist Mitglied der Schweizerischen Studienstiftung.

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