Demokratie und Föderalismus



Freitag, 15. Oktober 2010 | 12:05 Uhr

Referent

Arnold Koller

Organisation

alt Bundesrat

Reporting

Zum Abschluss des 9th Dialogue on Science sprach alt Bundesrat Arnold Koller über Föderalismus und Demokratie. Er zeigte die Entwicklung der Demokratie in den letzten 50 Jahren in Europa auf und konstatierte eine eigentliche Renaissance. Anschliessend ging er ausführlich auf die Beziehung zwischen Demokratie und Föderalismus ein und stellte die rethorische Frage, ob Föderalismus tatsächlich zu mehr und besserer Demokratie führe. Er beleuchtete verschiedene Faktoren von „demos-enabling features“ und „demos-constraining features“. Alt Bundesrat Koller kam zum Schluss, dass Föderalismus Demokratie in einem Land weder etabliere noch gewährleiste. Aber Föderalismus sei vor allem in multikulturellen Staaten ein sehr bewährtes, demokratisches Konfliktlösungsmittel. Es sei jedoch nicht, wie man heute gerade in Konfliktgebieten oft zu glauben scheine, ein Allheilmittel.

Arnold Koller

Geboren 1933 studierte er an der Hochschule St. Gallen Wirtschaftswissenschaften und schloss 1957 mit dem Lizenziat ab. An der Universität Freiburg studierte er Rechtswissenschaften, schloss 1959 mit dem Lizenziat ab und erlangte 1960 das Anwaltspatent in Appenzell Innerrhoden. 1966 wurde er zum Dr. iur. promoviert. 1971 und 1972 ergänzte er seine Ausbildung mit Studien an der University of California, Berkeley. 1972 wurde er ausserordentlicher und 1980 ordentlicher Professor für europäisches und internationales Wirtschafts- und Sozialrecht an der Hochschule St. Gallen.

Von 1971 bis 1986 gehörte Koller dem Nationalrat an. 1980 präsidierte er die CVP-Fraktion, im Amtsjahr 1984/85 war er Nationalratspräsident. Parallel dazu präsidierte er von 1973 bis 1986 das Innerrhoder Kantonsgericht.
Er wurde am 10. Dezember 1986 in den Bundesrat gewählt. Von 1987 bis 1989 stand er dem Eidgenössischen Militärdepartement (EMD) vor und von 1989 bis 1999 dem Eidgenössischen Justiz- und Polizeidepartement (EJPD). Er war Bundespräsident in den Jahren 1990 und 1997. Am 30. April 1999 übergab er sein Amt seiner Nachfolgerin Ruth Metzler-Arnold.

Das „Forum of Federations“ beschäftigt sich mit dem Beitrag, den der Föderalismus zum Erhalt und Aufbau demokratischer Gesellschaften und Regierungen leisten kann. Alt Bundesrat Arnold Koller ist seit dem Jahr 2000 im Aufsichtsrat des Forums. 2002 hat er in St. Gallen den Lenkungsausschuss der zweiten Internationalen Föderalismuskonferenz geleitet. Drei Jahre später war er zum Vorsitzenden des Aufsichtsrates gewählt worden. Arnold Koller wurde Fellow. Dies ist die höchste Auszeichnung des Forums.

Donatoren und Partner

Der ETH-Rat ist verantwortlich für die strategische Führung des ETH-Bereichs und übernimmt die Aufsicht über dessen Institutionen. Die enge Partnerschaft zum ETH-Rat seit dem Jahr 2000 trägt zu einem erfolgreichen Fortbestehen der Stiftung Academia Engelberg bei.

Die Helvetia ist eine qualitätsorientierte Allbranchenversicherung mit über 150 Jahren Erfahrung. Die Stiftung Academia Engelberg ist überzeugt, durch die Partnerschaft ab 2015 wichtige Synergien nutzen zu können.

DIE HIRSCHMANN STIFTUNG ist eine gemeinnützige schweizerische Stiftung. 1985 wurde sie vom Unternehmer und Aviatik-Pionier Carl W. Hirschmann gegründet.

Das Benediktinerkloster Engelberg prägt die Geschichte des wunderschönen Bergtales seit seiner Gründung im Jahr 1120.

Die heutigen Tätigkeiten der Mönche erwuchsen weitgehend den Bedürfnissen des Ortes. Bildungsarbeit an der Stiftsschule, Seelsorge in der Pfarrei, Handwerks- und Dienstleistungsbetriebe, Kultur- und Landschaftspflege sind Bereiche, in denen sich die Mönche sowie Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter des Klosters engagieren.

Die Stiftung fördert die Erforschung der verbindenden humanen Grundlagen der Wissenschaften. Die Stiftung Academia Engelberg und die Stiftung Humanwissenschaftliche Grundlagenforschung haben für die Jahre 2011 bis 2015 eine Zusammenarbeit vereinbart.

Seit Sommer 2013 besteht eine Partnerschaft mit der Universität Luzern. Und seit 2016 auch eine partnerschaft mit der Wirtschaftswissenschaftlichen Fakultät der Universität Luzern. Mit diesen Partnerschaften werden Synergien genutzt und gemeinsame Projekte geprüft und realisiert. Die Universität Luzern besteht derzeit aus drei Fakultäten, nämlich der Theologischen, der Kultur- und Sozi-alwissenschaftlichen und der Rechtswissenschaftlichen Fakultät.

Im Fokus der Stiftung steht die Förderung von Organisationen in den Bereichen Kultur und Kunst, Architektur, Design, Musik, Sport, Bildung und Wissenschaft. Sie ist seit 2014 Partner der Stiftung Academia Engelberg.